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BABY-SCHWIMMEN Mutter/Vater-Kind-Gymnastik

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Immer häufiger werden sehr junge Kinder von den Eltern zum so genannten "Baby-Schwimmen" in ein Schwimmbad mitgenommen. Der Begriff "Baby-Schwimmen" ist grundsätzlich falsch. Vielmehr handelt es sich um eine spezielle Form der Eltern-Kind-Gymnastik im Medium Wasser. Bedauerlicherweise hat sich der Begriff "Baby-Schwimmen" in der Umgangssprache unausrottbar etabliert und wird daher zum besseren Verständnis allgemeingültig benutzt.
In den 70er Jahren wurden unter dem Schlagwort "Baby-Schwimmen" Übungen mit sehr jungen Säuglingen im Wasser durchgeführt, die für den Säugling gefährdende Momente enthielten und zudem für seine Entwicklung ohne größeren Nutzen waren. Man verwies darauf, dass das Ungeborene in einem flüssigen Milieu aufwachse und ein früher intensiver Wasserkontakt demnach physiologisch sei. Unter anderem interpretierte man reflektorische, schlängelnde Körperbewegungen als spontan beginnende Schwimmbewegungen. Mit "Tauchübungen" sollten Wassergewöhnung und Wassersicherheit erzielt werden. Zwischenzeitlich hat sich die Einstellung grundlegend gewandelt. Heute wird im "Baby-Schwimmen" nur noch eine spezielle Form der Eltern-Kind-Gymnastik im Wasser gesehen. Keinesfalls werden dadurch Schwimmfähigkeiten erlernt und gelehrt. Bedingt durch die frühe Wassergewöhnung kann man jedoch im "Baby-Schwimmen" durchaus eine frühe Zwischenstation auf dem Weg zum Schwimmenlernen in einem späteren Alter sehen. Erst beim Kleinkind können, entsprechend seinem Entwicklungsstand, motorische Fertigkeiten mit dem Ziel gefördert werden, frühzeitig ein technisch richtiges Schwimmen zu lernen. In den meisten Institutionen wird das von BAUERMEISTER angeregte Einteilungsschema benutzt:


ABSTUFUNG BAUERMEISTER
I. Baby-Schwimmen = Mutter-Kind-Gymnastik
4.-12. Lebensmonat
13.-18. Lebensmonat

II. Kleinkinderschwimmen
15. Lebensmonat bis 3 1/2 Jahre

III. Vorschulkinderschwimmen = technisiertes Schwimmen
3 1/2 - 6 Jahre


ABSTUFUNG SCHWIMMSCHULE BEIDER BASEL
I. Baby-Schwimmen = Mutter/Vater-Kind-Gymnastik
3.-8. Lebensmonat
9.-24. Lebensmonat
12.-24. Lebensmonat

II. Kleinkinderschwimmen Mutter/Vater-Kind Schwimmen
2.-3. Lebensjahr
3.-4. Lebensjahr
2.-4. Lebensjahr

III. Grundlagenkurse Kinder
Krebs 4.-5. Lebensjahr
Krebs ab 5. Lebensjahr
Seepferd



VORAUSSETZUNGEN
Grundsätzlich können alle infektfreien Kinder am "Baby-Schwimmen" teilnehmen. Sie sollen jedoch eine altersgerechte neurologische Entwicklung haben. Zumindest müssen bei dem jungen Säugling der Schluck-, Husten- und Niesreflex vorhanden sein, das Kind muss den Kopf heben und halten können. Wegen des Gruppenunterrichtes sollte die Thematik „Empfohlene Impfungen“ mit der Kinderärztin, dem Kinderarzt erweitert besprochen sein. Die Atmung, insbesondere die Nasenatmung, muss zum Zeitpunkt des Wasserganges frei sein. Im Wasser erfolgt der Wärmeverlust überwiegend durch Konvektion. Sie ist bei Säuglingen und Kleinkindern durch den ungünstigen Oberflächen-Volumen-Quotienten gegenüber dem Erwachsenen deutlich größer. Die wärmeabgebende Körperoberfläche ist größer als der wärmeproduzierende Körperkern. Um die Körpertemperatur des Säuglings konstant zu halten, ist bereits außerhalb des Wassers die untere Grenze des Regelkreises zu höheren Temperaturen verschoben. Daraus ergeben sich als sog. Neutraltemperaturen für das Wasser für Kinder bis zu 3 Jahren eine Wassertemperatur von 33° und bis zu 6 Jahren von 31,5° bei einer Aufenthaltsdauer von 20 min.


GEFAHREN FÜR DEN SÄUGLING
Das Neugeborene und der junge Säugling besitzen einen Atemschutzreflex, der fälschlicherweise auch als "Tauchreflex" bezeichnet wird und damit impliziert, dass ein Säugling gefahrlos tauchen kann. Durch ihn wird in der Regel eine Wasseraspiration weitgehend verhindert. Dieser Reflex verliert sich im 3. bis 6. Lebensmonat. Bei dem Bade- und insbesondere dem Tauchvorgang kann ein Säugling jedoch reichlich Wasser schlucken.


INFEKTIONEN
Bei konsequenter Durchführung der DIN- und/oder SIA Vorschriften ist der Gehalt an pathogenen Keimen erheblich reduziert und liegt im Bereich des Trinkwassers. Infektionen durch direkte Keimeinwirkungen sind daher unwahrscheinlich. Diese Aussage kann aber nicht prinzipiell für alle Anlagen gültig sein und ist unter anderem auch eine Frage der Filterausrüstung. Wichtig ist der Hinweis, dass durch die Chlorierung nur die bakterielle Situation beeinflusst wird, nicht jedoch die virale Durchseuchung. Infektionen sind daher unverändert möglich. Werden Unterkühlung (unter anderem durch zu langen Wasseraufenthalt, zu niedrige Wassertemperatur, zu niedrige Umgebungstemperatur), ungenügendes Abtrocknen und unzureichendes Aufwärmen nach dem Wassergang vermieden, treten sog. Erkältungen selten auf.


VORTEILE
Ein enger Eltern-Kind-Kontakt fördert in jedem Fall die Entwicklung des Säuglings. Für die Bewegungen des Kindes ist zusätzlich die Tragkraft des Wassers von Vorteil. Mehrere Berichte zeigen bei den Kindern Entwicklungsfortschritte, die denen anderer intensiver Eltern-Kind-Kontakte vergleichbar sind.

BABY-SCHWIMMEN IN OFFENEN GEWÄSSERN
Nur in als solchen gekennzeichneten Badestränden wird der Keimgehalt der offenen Gewässer regelmäßig kontrolliert. Die Wasserqualität kann aber auch dann auf keinen Fall mit der der Hallenbäder verglichen werden. Außerdem wird in unserem Klima nie eine für das Baby-Schwimmen erforderliche Wassertemperatur erreicht. Allein schon aus diesen Gründen ist das Baby-Schwimmen in offenen Gewässern auf keinen Fall zu empfehlen.


Das so genannte "Baby-Schwimmen" ist eine besondere Form der Eltern-Kind-Gymnastik. Sie unterstützt durch das Medium Wasser Bewegungsabläufe und vermittelt eine besondere Form der Hautreize. Wie bei anderen Formen der Säuglingsgymnastik ist der Eltern-Kind-Kontakt von entscheidender Bedeutung. Von großem Wert ist die Gymnastik im Wasser für körperbehinderte Kinder, insbesondere Säuglinge mit einer Spastik. Wassergewöhnung im frühen Alter ist sinnvoll, sie ersetzt aber keinesfalls technisiertes Schwimmen zum geeigneten Zeitpunkt.

Kursstufen

3 - 8 Monate | 9 - 24 Monate | 9 - 24 Monate - Anfänger | 9 - 24 Monate - Fortgeschrittene

 

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